Boarding

Ready for Boarding

Wiederaufnahme 2026: Wenn Systeme kippen

Dokumentarisches Live-Hörspiel basierend auf dem CIA-Folterreport in Kooperation mit Amnesty International.

Infos

Uraufführung 22. April 2016, Kulturhaus Dock 4
Wiederaufnahme 03. Oktober 2026, Künstlerhaus Nürnberg

Text und Regie Dominik Breuer
Dramaturgie Gunnar Seidel
Musik Brice Deloose, Gunnar Seidel
Soundkomposition Milan Pesl
Konzeptionelle Beratung Michael Müller-Schwefe (Amnesty Interantional Kassel)
Besetzung Dominik Breuer, Gunnar Seidel, Irina Ries

Kooperation Amnesty Internatinal
Förderung Stadt Kassel, Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Kulturreferat der Stadt Nürnberg, Sebastian-Cobler-Stiftung.

Ausgezeichnet bei den Hessischen Theatertagen 2017 in der Kategorie "Verstehen"
Ausgezeichnet mit dem Jury Preis im Rahmen des Made-Festivals 2017
Eingeladen zum Re:Festival Nürnberg 2026

Über das Projekt

"Wir müssen unsere dunkle Seite annehmen. Wir müssen uns im Schatten der Geheimdienstwelt bewegen. Vieles wird heimlich passieren müssen, ohne jegliche Diskussion."
Dick Cheney (US-Vizepräsident 2001 - 2009)

Das Brachland-Ensemble wirft mit "Ready for Boarding" einen Blick zurück auf den 11. September 2001 und die Auswirkungen auf den Umgang mit Bürger- und Menschenrechten - Werte, die in der aktuellen, destabilisierten Situation erneut angreifbar erscheinen. Die Anschläge von 09/11 veränderten die politische und gesellschaftliche Stimmungslage gewaltig und führten dazu, dass die damalige US-Regierung ohne Rechtsgrundlage Menschen inhaftierte und folterte. Der Untersuchungsbericht des US-Senats über das geheime CIA-Verhör- und Internierungsprogramm deckt die Geschehnisse auf und diente dem Brachland-Ensemble als Basis für dieses Live-Hörspiel.

Drei professionelle SprecherInnen vertonen mit Hilfe weniger Requisiten den fassungslos stimmenden Text, der teils zu Dialogen umgeschrieben wurde und so den 600 Seiten starken Bericht in lebendige und doch schier unfassbare Situationen übersetzt. Atemraubend dabei ist nicht nur die Perfidität des von der CIA entwickelten Haft- und Foltersystems, sondern auch das Vorgehen einer Bürokratie, die versagte, als es darauf ankam. Angesichts aktueller globaler Entwicklungen stellt die mehrfach ausgezeichnete Produktion zehn Jahre nach ihrer Uraufführung erneut die Frage: Wohin steuern etablierte Demokratien, wenn die Grenzen des Sag- und Machbaren zunehmend ausgeweitet werden?

Galerie

Fotos: Olga Holzschuh