siegburg - himmel auf erden

workshops

Von Juni bis Dezember 2019 bietet das Brachland-Ensemble im Großraum Siegburg kostenlose Workshops zu den Themen Medienpräsenz, Umgang mit Hate-Speech, Guerilla-Aktion und friedlichem Demonstrieren an.

 

Revolution Now! Die hohe Kunst der Weltveränderung
Leitung: Dominik Breuer

7. oder 8.Juni, 16:00 bis 20:00 Uhr, Treffpunkt am Stadtmuseum Siegburg

Manchmal beginnt eine Revolution mit nur einem Strich auf einem Blatt Papier und der Frage: Wie bekomme ich die großen Massen auf meine Seite?
Ehe der Kalifornier Harvey Milk zu einer Leitfigur der Schwulen- und Lesbenbewegung avancierte, initiierte er eine Anti-Hundekot-Kampagne, die ihm den Weg in den Stadtrat ebnete und auch konservative Wähler hinter ihm sammelte. Die serbische Gruppe OTPOR brachte das Regime zu Fall, indem Sie die Bürger*innen zum Lachen brachten.
Veränderung bedarf Kreativität. Mit welcher Strategie erreiche ich nachhaltig meine Ziele? Gibt es die „richtige“ Einstellung? Wie vermeide ich, dass meiner Idee vor dem Ziel die Luft ausgeht? Warum ist „Dafür“ besser als „Dagegen“? Wie verteidigt man sich gegen Trolle im Netz? Und wie sollte man eigentlich nicht in ein Mikrofon sprechen?
In diesem Workshop zeigt der Regisseur und Schauspieler Dominik Breuer anhand einiger  der kreativsten Protestaktionen der Geschichte, warum es wirkungsvoller ist, einen Sog zu erzeugen, als Druck auszuüben. Neben Übungen in den Bereichen Körper und Stimme werden Taktiken im Bereich Dialog am Tisch und auf der Strasse vermittelt und gemeinsam mit den Teilnehmer*innen Konzepte für Projekte und Aktionen auf lokaler bis hin zu globaler Ebene entwickelt und ausprobiert.

 

Creative Spaces – künstlerische Irritationen im öffentlichen Raum
Leitung: Simone Dreger, Gunnar Seidel

12. oder 19. Juni, 16:00 bis 20:00 Uhr, Treffpunkt am Stadtmuseum Siegburg

Der öffentliche Raum ist ein Raum der Öffentlichkeit und somit ein Raum für politische Diskussion. Bereits im antiken Griechenland wurde die „Agora“ – ein öffentlicher Markt- und Versammlungsplatz – für die politische Diskussion genutzt. Heutzutage wird der öffentliche Raum spätestens mit Kundgebungen und Demonstrationen für politische Zwecke genutzt. 

In ihm spiegeln sich Gesellschaft und Politik aber auch in materieller Art wider: die Gestaltung von Plätzen, von Straßen oder Neubauten sind ein Zeichen für eine politische Haltung, Werbung ist immer auch ein Abbild von Werten, Graffiti ein privater, teils künstlerischer Eingriff und Ausdruck, Wahlplakate senden politische Botschaften und selbst herumliegender Müll lässt auf die Menschen schließen, die sich in diesem öffentlichen Raum bewegen. Und all das ist der öffentliche Raum. Da finden Begegnungen statt, da halten wir uns auf, da verbringen wir wirklich einen Teil unseres Lebens. Manches davon finden wir toll, einiges wird stillschweigend hingenommen, vieles stößt eigentlich auf Missfallen.

Wie können wir also mit kreativen Mitteln unsere Haltung dazu äußern? Wie können wir diesen öffentlichen Raum auf kreative Weise für unsere Zwecke nutzen? Ganz bewusst. Wen können wir hier erreichen, den wir sonst nicht erreichen? Können wir Begegnungen schaffen und sogar Diskussionen entfachen? Wie können wir hier möglichst öffentlichkeitswirksam eingreifen, dass das viele mitbekommen? Und wie können wir unsere Aktionen auch festhalten und im Internet zeigen?

In dem Workshop gehen Designerin Simone Dreger sowie Schauspieler und Regisseur Gunnar Seidel genau diesen Fragen nach, erarbeiten mit den Teilnehmer*innen ortsspezifisch eigene Ideen für eigene Messages und werden diese im öffentlichen Raum der Stadt Siegburg auch unmittelbar umsetzen, fotografieren und im Netz präsentieren.

 

My body says NO! Protestformen des eigenen Körpers
Leitung: Maria Isabel Hagen

25. oder 26.Juni, 16:00 bis 20:00 Uhr, Treffpunkt am Stadtmuseum Siegburg

1955 weigert sich Rosa Parks einen Sitzplatz im Bus, der für Weiße reserviert ist, zu verlassen. Mit diesem harmlosen Protest läutete sie eine Welle des Widerstands gegen die Unterdrückung und Diskriminierung von Schwarzen in Amerika ein.
In Deutschland blockieren zahlreiche Aktivisten die Bahngleise für einen Atommülltransport und in der ehemaligen DDR verabreden sich Bürgerinnen Montags Abends zu friedlichen gemeinsamen Spaziergängen.
Unter dem Titel „1000 Gestalten“ lassen sich zum G20 Gipfel in Hamburg hunderte Performerinnen mit Lehm beschmieren um dann gemeinsam, in vollkommener Stille gespenstisch durch die Innenstadt zu spazieren.
Sitzstreiks, Sprechchöre, Konsumverweigerung oder die Unterschrift unter einer Petition - dies alles sind Möglichkeiten des Zivilen Ungehorsams und Formen des Protests. Gewaltfreies Demonstrieren blickt auf eine Geschichte zurück, die bis in die Antike zurück reicht.
In diesem Workshop beschäftigen wir uns mit den vielen unterschiedlichen Formen, den eigenen Körper einzusetzen. Dabei werden wir verschiedene Körper Übungen machen, Formen ausprobieren und überlegen, wofür es sich lohnt, zu demonstrieren. Was für Möglichkeiten hat der eigenen Körper um ein gesellschaftliches Zeichen zu setzen?