Performing Denkmal

Performing Denkmal

Ortsspezifische Performance

Das Projekt "Performing Denkmal" hinterfragt in 12 performten Denkmälern im öffentlichen Raum und mit einer abschließenden Inszenierung am Lichthof Theater Hamburgs Umgang mit seinem jüdischen Erbe.

Foto: Dennis Mundkowski

Über das Projekt

In Performing Denkmal (AT) hinterfragen wir das Erinnern, wie es derzeit in Hamburg stattfindet. Mit unseren Körpern, unseren Stimmen und unserer Zeit setzen wir einen Kontrapunkt zum statischen Denkmal. Indem wir die neuen Denkmäler für Hamburg performen, ermöglichen wir dem Publikum aktiv am Prozess des Erinnerns teilzunehmen.

Wie muss ein Denkmal beschaffen sein, um nachhaltig zu erinnern? Wie und von wem werden Denkmäler im öffentlichen Raum wahrgenommen?

In Performing Denkmal begeben sich die Regisseurin Maria Isabel Hagen, die Choreografin Jessica Nupen, der bildende Künstler Jörn Lucius Plaß und der Performer Christopher Felix Hahn uns auf die Suche nach Möglichkeiten der alternativen Umsetzung des Gedenkens. Mit einem besonderen Fokus auf das Erinnern an die jüdische Gemeinschaft, die vor der Zeit des Nationalsozialismus Hamburgs Gesellschaft vielschichtig bereichert hat, hinterfragen wir das Erinnern, wie es derzeit in Hamburg stattfindet. Im Rahmen künstlerischer Residenzen haben wir zahlreiche Orte in Hamburg entdeckt, die von Bedeutung für die jüdische Gemeinschaft sind oder waren. Der heutige Umgang mit ihnen ist ambivalent gestaltet: Auf einem ehemals jüdischen Friedhof in Ottensen steht heute ein Einkaufszentrum. Zu Beginn der Bauarbeiten reisten damals jüdische Menschen aus der ganzen Welt an, um dagegen zu demonstrieren. Ein jüdischer Friedhof ist, anders als Gräber auf einem christlichen Friedhof, für die Ewigkeit gedacht. Der ehemalige Israelitische Tempel in der Poolstraße, in dem einst das liberale Judentum gegründet wurde, ist heute eine Ruine, im Innenhof befand sich bis 2022 eine KFZ-Werkstatt. Eine ehemalige Synagoge wird vom NDR als Tonstudio genutzt und für das Denkmal der Bornplatzsynagoge gibt es Pläne für einen Wiederaufbau.

Wann entsteht der Wunsch, ein Denkmal zu errichten? An wen oder was darf ein Denkmal erinnern und an was nicht? Wo sind die Grenzen des statischen, klassischen Denkmals?

Seit 2019 führen wir Interviews mit Juden und Jüdinnen. Wir möchten unsere Präsenz und Reichweite dafür einsetzen, ihre Visionen, Ideen und Erinnerungen als performative Denkmäler umzusetzen.

Alle performten Denkmäler werden per Foto und Video dokumentiert. Diese Dokumentation wird in der Spielzeit 22/23 im Lichthof Theater abschließend präsentiert. An drei aufeinanderfolgenden Abenden wird das Publikum in einer musealen Atmosphäre zum gemeinsamen erinnern und reflektieren eingeladen. Wir präsentieren neben der Foto- und Videodokumentation eine Auswahl der performten Denkmäler, re-enacten ausgewählte Denkmäler und lassen die Vorstellung in einer Diskussion über die Wahrnehmung von Denkmälern in Hamburg mit dem Publikum übergehen.

Fotos

Fotos: Dennis Mundkowski

Infos

Konzept, Regie, Performance Maria Isabel Hagen
Konzept, Performance Christopher-Felix Hahn
Choreografie Jessica Nupen
Dramaturgie Gunnar Seidel
Bühne & Kostüm Raphaela Andrade
Objekte Jörn Plass
Video Jonas Nellissen
Fotos Dennis Mundkowski
Produktion Julia Opitz
Netzwerk & Akquise Dominik Breuer

In Kooperation mit mit dem Lichthof Theater Hamburg, Movement Metropolitan e.V., W3- Werkstatt für internationale Kultur und Politik

Gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR, der Hamburgischen Kulturstiftung, der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg